Auf der Flucht vor Weihnachten
Valentin hatte genug. Genug von Meetings, Sitzungen, Konferenzen. Genug von unpünktlichen Lieferanten, fehlerhafter Ware, verspäteten Lieferterminen. Genug von Kundenrückfragen, Beschwerden,
Reklamationen. Genug von verstopften Autobahnen, überfüllten Einkaufsstraßen, Kassenschlangen, Weihnachtsgedudel in der hinterletzten Bäckerei, Geruch nach Punsch und Würstelbraterei,
Weihnachtsmänner in Kaufhäusern, Einkaufsstraßen, an Hauswänden, nicht zu vergessen die obligatorischen Weihnachtsfeiern im Verein, in der Firma, im Fitnessclub. Erst recht mochte er gar nicht
daran denken, was an privatem Stress noch auf ihn wartete: Geschenke überlegen, keine Zeit sie zu kaufen, in letzter Minute im Internet bestellen, bangen, dass sie rechtzeitig ankommen, ach ja,
und Weihnachtsgrüße sollte er eigentlich auch noch verschicken.
Stöhnend verschränkte Valentin die Arme auf der Schreibtischplatte und ließ seinen Kopf darauf fallen. „Ich wollte, da wären tausend Kilometer zwischen mir und Weihnachten“, stöhnte er.
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